Lehrkräfte sind Landesbedienstete, während Hausmeister/innen und Schulsekretär*innen bei den Kommunen beschäftigt und von diesen auch bezahlt werden. Daran haben wir uns fast gewöhnt und es wird kaum noch hinterfragt, ob diese Aufteilung eigentlich sinnvoll ist. Doch damit nicht genug: in den Schulen sind weitere Berufsgruppen tätig und da wird es bezüglich der Arbeitgeber und der Finanzierung noch viel komplizierter.
Es gibt nämlich noch Schulbegleiter, Schulische Assistenzkräfte und Schulsozialarbeiter. So bedeutsam die dort angesiedelten Tätigkeiten sind, so (unnötig) kompliziert sind die Strukturen.
Bei der Schulbegleitung und der Schulassistenz geht es um die Inkusion - sie sorgen dafür, dass möglichst viele Schüler mit Behinderungen bzw. Förderbedarf eine Regelschule besuchen können. Zuständig sind die Kreise und kreisfreien Städte als Träger der jugend- bzw. Eingliederungshilfe, Arbeitgeber sind allerdings meistens Sozialverbände oder Kirchen. Inwieweit eine Refinanzierung der Kosten durch das Land erfolgt, ist eigenartigerweise von der Art der Behinderung abhängig. Handelt es sich um seelische Behinderungen, bleibt die Landeskasse geschlossen und die Kommunen zahlen, während bei geistigen oder körperlichen Behinderungen ein Großteil der Ausgaben refinanziert wird. Die Logik erschließt sich wenig bis gar nicht.
Neben den Schulbegleitungen gibt es Schulassistenzen, die an Grundschulen eingesetzt werden und wiederum beim Land oder beim Schulträger beschäftigt sind.
Diese Konzeption verursacht diverse Abstimmungsbedarfe - zwischen dem Land und den Kommunen und zwischen dem Bildungs- und Sozialministerium. In Anbetracht der in den Kreisen Schleswig-Holsteins doch sehr unterschiedlichen jährlichen Kosten der Schulbegleitung im Verhältnis zur gesamten Schülerzahl - von 375 Euro bis über 1.000 Euro je Schüler - darf bezweifelt werden, ob diese Abstimmungen fruchten. Vielleicht ist es auch einfach keine gute Idee, die Aufgabe der Schulbegleitung als kommunale Selbstverwaltungsaufgabe zu installieren.
Ach ja - es gibt übrigens auch noch die Schulsozialarbeit. An Schulsozialarbeiter können sich Schüler, Lehrkräfte und Eltern wenden, zum Beispiel wenn es Probleme im Umgang miteinander gibt. Auch diese Aufgabe ist unbestritten wichtig.
Nur: alles was unnötig kompliziert ist, verursacht unnötig viel Arbeit. Möglicherweise ist es in dem Gemengelage auch deshalb bislang nicht gelungen, das Schulmanagement durch Verwaltungsexperten zu unterstützen und effizienter zu gestalten.