10. August 2026

Bürokratie-Spot(t):

Software für den Katastrophenschutz - wo sind die Grenzen?

Die Bevölkerungsschutzbehörden in Schleswig-Holstein werden mit einer gemeinsamen Software ausgestattet. So sollen Einsatzstäbe unterstützt und der Informationsaustausch verbessert werden. Klingt gut. Der Auftrag geht an eine Firma in Schleswig-Holstein. Klingt auch gut. Ist damit wirklich alles gut?

Zunächst fallen die Kosten und der Zeitbedarf ins Auge. Sechs Millionen Euro und die vorgesehene Fertigstellung erst in 2030 sind schon Hausnummern. Da die Auftragsvergabe aber nach einer europarechtlichen Ausschreibung erfolgte und das Pflichtenheft sicher komplex ist, sehen wir an dieser Stelle von einer diesbezüglichen Infragestellung der Wirtschaftlichkeit ab (ein kritischer Blick wäre aber sicher interessant).

Uns treibt vor allem eine andere Frage um: warum wird eigentlich eine landesspezifische Software erstellt? Katastrophen können in allen Ländern und auch landesübergreifend auftreten. Macht es da nicht Sinn, eine bundeseinheitliche Software zu haben? Und wäre das nicht wirtschaftlicher? Das Kirchturmdenken wird bei einer in den Medien getroffenen Aussage deutlich: “Katastrophen machen an den Gemeinde- und Kreisgrenzen keinen Halt.” Leider aber auch nicht an den Schleswig-Holsteinischen Landesgrenzen.

Das war der Aufschlag für unsere neue Reihe “Bürokratie-Spot(t)”. Wir haben bereits umfangreiches Material in der Warteschleife und befürchten, es wird viel hinzukommen. Etwa alle zwei Wochen folgt an dieser Stelle ein neuer Beitrag.