23. September 2025

dbb sh im Gespräch mit Minister Schrödter:

Auf die Kritik der Beschäftigten zu "Open-Source" wird reagiert

  • Der Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter (Mitte) mit Michael Jasper (links) und Kai Tellkamp (rechts)

Die teilweise holprige Daten-Migration im Zuge der Umstellung von Microsoft auf Open-Source hat viel Kritik bei den Beschäftigten ausgelöst. In einem Gespräch des dbb sh mit dem zuständigen Minister Dirk Schrödter wurde deutlich: die Probleme werden angegangen, an dem Projekt wird aber festgehalten. Eine Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten wurde inzwischen auf den Weg gebracht.

Der dbb sh, der durch Landesvorsitzenden Kai Tellkamp und seinen Stellvertreter Michael Jasper - der als DStG-Vorsitzender zugleich betroffene Beschäftigte in der Finanzverwaltung repräsentiert - hält die Systemumstellung zwar nicht für grundsätzlich falsch. Vieles spricht für digitale Souveränität. Allerdings erfordert ein derartiges Projekt eine Vorbereitung, die vermeidbare Probleme auch tatsächlich vermeidet. Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit sorgen für Frust bei den Beschäftigten und können auch nicht im Sinne der Landesregierung sein.

Minister Schrödter hat gegenüber dem dbb sh deutlich gemacht, dass die Kritik nicht ignoriert werde, sondern an Optimierungen gearbeitet werde. Diese Optimierungen betreffen die Weitterentwicklung von Anwendungen und eine höhere Geschwindigkeit bei der Abarbeitung von gemeldeten Funktionsstörungen. Einsparungen bei Lizenzen würden entsprechende Investitionen ermöglichen.

Die vom dbb sh kritisierte Insellösung mit der Brechstange für Schleswig-Holstein rechtfertigt der Minister mit dem Aufwand und dem Zeitbedarf, der bei einer bundesweiten Koordination erforderlich sei.

Ob dies ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für die angekündigte ebenübergreifende und bundsweite Modernisierung des Staatsaufbaus ist, wird sich zeigen. Der dbb sh sieht hier einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit - Veränderungsprozesse müssen die Arbeit der Beschäftigten vereinfachen und nicht ausbremsen. Und für die Bürger müssen sich die Leistungen verbessern und nicht verzögern.

Schreiben von Minister Schrödter an die Beschäftigten