07. März 2018

Einkommensrunde 2018 Bund und Kommunen

Warnstreik am 7. März 2018 in Flensburg

Fabian Bellinghausen, Vorsitzender der komba jugend Schleswig-Holstein, ist sauer: „Der Nachwuchs im öffentlichen Dienst hat langsam die Nase voll! Denn alles, was heute verschlafen wird, haben die jungen Kollegen morgen auszubaden. Bereits jetzt macht sich der Fachkräftemangel in vielen Bereichen bemerkbar! Und ohne Investitionen in den Nachwuchs wird der öffentliche Dienst nicht mithalten können und im Vergleich zur Privatwirtschaft den Kürzeren ziehen!“

100 Euro mehr für Auszubildende, ein weiterer Urlaubstag und verbindliche Zusagen zur Übernahme nach der Ausbildung forderte Bellinghausen. „Diese Forderungen müssten eigentlich selbstverständlich sein. So sollten sich die Arbeitgeber fragen, was sie machen müssen, um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein!“

„Sechs Prozent mehr Einkommen, mindestens 200 Euro: Unsere Forderung ist angesichts der guten Wirtschaftslage und den hohen Steuereinnahmen absolut angemessen und fair“, sagte der Zweite Vorsitzende und Fachvorstand Beamtenpolitik des dbb, Friedhelm Schäfer, bei einer Kundgebung in Flensburg. „Wir erwarten, dass die Arbeitgeber jetzt zügig in konkrete Verhandlungen einsteigen und nicht weiter auf Zeit spielen. Wir erwarten außerdem, dass der designierte Bundesinnenminister Horst Seehofer zu dem Versprechen seines Vorgängers steht und den kommenden Tarifabschluss ohne Wenn und Aber auf die Bundesbeamten überträgt.“

Christian Dirschauer, Vorsitzender der komba gewerkschaft in Schleswig-Holstein, betonte: „Wir brauchen diese Einkommenserhöhung im Kampf um die besten Köpfe ganz dringend. Das gilt nicht nur für den Fachkräfte-, sondern auch für den Nachwuchs-Bereich. Deshalb sind 100 Euro mehr für Auszubildende und die Tarifierung der Vergütung für betrieblich-schulische Ausbildungsgänge ein Muss.“  Schon heute könnten öffentliche Dienstleistungen aufgrund des Personalmangels nicht mehr in der von den Bürgern erwarteten Qualität angeboten werden. „Gerade in den Kommunen erleben die Menschen staatliches Handeln und Daseinsfürsorge aber unmittelbar. Wer hier weiter spart, der schadet damit nicht zuletzt dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.“